Schreibblockade


Was tun, wenn’s klemmt – die Angst vor dem weißen Blatt

Jeder, der schreibt, kennt das. Man hat DEN Auftrag seines Lebens bekommen, hat ENDLICH einen Verlag für das neueste Projekt gefunden oder sollte einfach “NUR” ein Beispiel seiner kommenden Arbeiten abgeben, um versicherungstechnisch als Künstler eingestuft zu werden. Und dann sitzt man da und es ist, als wären beide Hände in Gips gelegt und das Gehirn gleich mit dazu.

Der kleine Trost vorweg: Schreibblockaden sind keine Krankheit, sie sind normal und sie lassen sich erfolgreich heilen. Denn bekämpfen wäre hier der falsche Ansatz.

Für alle Menschen, die erst mit dem Schreiben begonnen haben und noch nicht viel Erfahrung mit der täglichen Schreibroutine haben, empfehle ich folgende Punkte:

  • Schreibe den Text zuerst mit der Hand. Ja, wir glauben alle, wir seien digital. Sind wir aber nicht. Das Schreiben mit der Hand ist tatsächlich “näher am Herzen” als das Schreiben mit der Tastatur.
  • Fixiere Dich nicht auf den Beginn Deines Textes, sondern starte an der Stelle, die Du bereits im Kopf hast – der Rest folgt danach.
  • Drucke Dir das, was Du bereits geschrieben hast, aus und verwende es, wenn Du weiterschreibst. So kannst Du verschiedene Abschnitte, Kapitel oder Teile wirklich optisch ordnen, auf dem Fußboden, an die Wand geklebt, wie immer Du willst.
  • Wenn gar nix geht: wärme Dich auf, indem Du auf Deinem Blatt Muster malst, Figuren zeichnest oder einzelne Worte aufschreibst.
  • Schreibe täglich – damit bleibt das Schreiben per se im Fluss. Solltest Du einmal vor einem schrecklich leeren Blatt sitzen, beginne mit einem Tagebucheintrag.

 

Was tun bei einer Schreibblockade: Tipps für Profis

Professionelle Schreiber und Schreiberinnen kennen diese Tricks sicher bereits in- und auswendig. Doch auch für sie gibt es immer wieder Neues! Hast Du zum Beispiel schon einmal versucht:

  • Den Ort zu wechseln? Das kann vom Umstellen des Schreibtisches bis zum Wechseln ins Kaffeehaus oder einen Coworkingspace reichen. Du kannst aber auch einmal versuchen, bei einer gemütlichen Tasse Kaffee den Schreibtag im Bett zu beginnen oder zum Abschluss eines wichtigen Projektes zu verreisen. Der “Garten in der Tasche” ist zum Beispiel in Lissabon fertig geschrieben worden, das “Do what you love Coworking Buch” ist in der Schweiz entstanden und die Texte für diese Website großteils in Süditalien.
  • Die Strukturen zu wechseln? Manchmal merken wir nicht, dass unsere alltäglichen Strukturen und mehr behindern als unterstützen. Wenn gar nichts mehr geht, mache einen Spaziergang. Wenn Du das ohnehin immer tutst, überlege, was Du sonst verändern könntest. Brauchst Du mehr Pausen? Isst Du genug? Trinkst Du genug? Lässt Du Dich von Alltagsdingen ablenken? Wie wäre es, wenn Du das Telefon ausgeschalten lässt und auch Deine mails nicht empfängst, während Du schreibst?
  • Setzt mich WIRKLICH mein Auftraggeber unter Druck oder mache ich das selbst? Habe ich zu hohe Ansprüche an mich? Habe ich Angst, mich zu blamieren? Bereits die ehrliche Antwort an Dich selbst kann Dich so entlasten, dass es plötzlich klappt mit dem Schreiben! Wenn nicht – komm’ zu meinem Writers Workshop!
  • Fehlt mir Wissen oder Material? Habe ich mich wirklich gut in die Thematik eingearbeitet? Kenne ich noch Experten, die ich befragen kann? Gibt es noch Quellen, die ich nicht bedacht habe? Menschen von früher, die mich wissenstechnisch unterstützen oder inspirieren können?

Das waren jetzt mal MEINE Tipps! Wenn Du noch etwas weißt, das so grandios ist, es hier zu veröffentlichen, melde Dich gerne über das Kontaktformular! Und keine Sorge – die Angst vor dem weißen Blatt kennen nicht nur wir SchreiberInnen. Viele Menchen leiden immer wieder mal darunter – wenn wir einander unterstützen, wird es sofort einfacher!

 

Und hier noch ein paar interessante links für Euch:
Schreibwerkstatt für Studenten
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Auch MalerInnen sind betroffen – die Angst vor dem weißen Papier